EuroWire , ADAMUZ: Die spanischen Behörden haben am Dienstag die Zahl der Todesopfer nach dem Hochgeschwindigkeitszugunglück nahe der südspanischen Stadt Adamuz auf 41 erhöht. Die Bergungsteams arbeiten weiterhin an der Beseitigung der Trümmer in den zerstörten Waggons. Laut Rettungsdiensten wurden 122 Menschen verletzt, 48 von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, 12 davon auf die Intensivstation. Die Identifizierung einiger Opfer steht noch aus. Der Unfall führte zu erheblichen Unterbrechungen der Bahnverbindungen zwischen Madrid und Andalusien auf einer der verkehrsreichsten Strecken Spaniens.

Der Zusammenstoß ereignete sich am Sonntag, dem 18. Januar, gegen 19:45 Uhr Ortszeit auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Provinz Córdoba. Laut Behördenangaben entgleiste ein Iryo-Zug auf der Strecke von Málaga nach Madrid, woraufhin die hinteren Waggons auf ein Nachbargleis gerieten und dort mit einem von Renfe betriebenen Alvia-Zug kollidierten, der von Madrid nach Huelva unterwegs war. Durch den Aufprall entgleisten die vorderen Waggons des zweiten Zuges, einige stürzten einen Bahndamm hinab.
Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Sanitäter arbeiteten die ganze Nacht bis Montag unter schwierigen Bedingungen und setzten Rettungsgeräte ein, um die Fahrgäste zu erreichen und Opfer zu bergen. Lokale und regionale Behörden gaben an, dass die Gesamtzahl der Fahrgäste in den beiden Zügen bei fast 500 lag. Überlebende wurden zur Erstversorgung und Weiterbeförderung in provisorische Aufnahmezentren gebracht, während die Krankenhäuser der Region Notfallprotokolle aktivierten, um Traumapatienten zu versorgen und die Verlegung der Schwerverletzten zu koordinieren.
Die spanische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und lobte die Einsatzkräfte. Der Zugverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Andalusien wurde unmittelbar nach dem Unglück eingestellt. Die Betreiber organisierten alternative Transportmöglichkeiten für gestrandete Reisende. Zudem richteten die Behörden Anlaufstellen für Angehörige ein, die Informationen benötigten, unter anderem Unterstützung bei der Identifizierung der Opfer und Koordination mit den örtlichen Gerichten und Spurensicherungsteams.
Die Ermittler konzentrieren sich auf Entgleisungen und Sicherheitssysteme.
Es wurde eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, und die spanischen Eisenbahnsicherheitsbehörden begannen mit der Datenerfassung an den Zügen und den Gleisanlagen. Verkehrsminister Oscar Puente erklärte, die Entgleisung habe sich auf einem geraden Streckenabschnitt ereignet und bezeichnete den Vorfall als ungewöhnlich. Er betonte, die Ermittler würden den Sachverhalt aufklären. Laut offiziellen Angaben würden sowohl der Zustand des Rollmaterials als auch die Infrastruktur, einschließlich Wartungsberichte, Gleiskomponenten und Signaldaten, untersucht.
Die Behörden gaben an, dass der Zusammenstoß zu schnell erfolgte, als dass automatische Systeme den Aufprall hätten verhindern können, nachdem die entgleisten Waggons auf das Gegengleis geraten waren. Die Ermittler prüfen die gemeldeten Betriebsgeschwindigkeiten zum Zeitpunkt des Unfalls: Laut offiziellen Angaben fuhr der Iryo-Zug mit etwa 110 km/h, der entgegenkommende Alvia-Zug mit etwa 205 km/h auf einem Streckenabschnitt mit höherer zulässiger Höchstgeschwindigkeit. Die Bergungsarbeiten dauerten an, um eine detaillierte Untersuchung des Gleisbetts und der Ausrüstung zu ermöglichen.
Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt, während die Mautgebühren aktualisiert werden.
Am Dienstag gaben die Behörden bekannt, dass die Zahl der Todesopfer gestiegen sei, nachdem weitere Leichen in den Trümmern des entgleisten Zuges gefunden wurden. Schweres Gerät wurde eingesetzt, um die beschädigten Waggons zu bergen und zu sichern. Die Unglücksstelle wurde abgesperrt, um Beweismittel zu schützen und gleichzeitig den Bergungsteams kontrollierten Zugang zu ermöglichen. Beamte des Innenministeriums erklärten, die Identifizierungsarbeiten dauerten an, die forensischen Verfahren würden mit den regionalen Behörden und den Angehörigen abgestimmt, und die bestätigten Opferzahlen würden erst nach formeller Überprüfung aktualisiert.
Das Unglück ist Spaniens schwerstes Zugunglück seit 2013, als bei einer Entgleisung nahe Santiago de Compostela 80 Menschen ums Leben kamen. Spanien verfügt über eines der größten Hochgeschwindigkeitsnetze Europas , und die Kollision des Zuges in Adamuz lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf die Notfallvorsorge und die technischen Sicherheitsvorkehrungen im gesamten System. Die Bahnbetreiber erklärten, der Betrieb werde erst wieder aufgenommen, nachdem die Ermittler und Infrastrukturmanager die Sicherheitsprüfungen abgeschlossen und die Strecke für den Betrieb freigegeben hätten.
Der Beitrag „Todeszahl bei Zugunglück in Adamuz, Spanien, steigt auf 41“ erschien zuerst im British Messenger .
